Caritas

Familenmediation

Vermittlungswege aus dem Scheidungsstreit

1. Mediation – was ist das?
Mediation ist ein Verfahren, das Ihnen helfen kann, Ihre eigenen Entscheidungen zu finden. Mediation ist aktive Gesprächsarbeit der Eltern gemeinsam mit einer Mediatorin und einem Mediator.
Die Mediatoren sind neutral und unparteiisch. Sie haben Erfahrungen im Umgang mit familiären Konflikten. Mediatoren helfen den Eltern, ihre Konflikte deutlich zu machen, Missverständnisse aufzuklären, eigene Entscheidungen zu erarbeiten und zu einer Einigung zu kommen, mit der beide Elternteile gut leben können und die ihren Kinder die Situation nach der Trennung erleichtert.
Mediatoren geben den Eltern Informationen über Scheidung und Trennung und über die Bedürfnisse und Gefühle ihrer Kinder. Sie unterstützen die Eltern, herauszufinden, wie beide Eltern am besten zum Wohl ihrer Kinder nach der Scheidung zusammen arbeiten können. Wenn im Mediationsverfahren der Versöhnungsversuch der Eheleute deutlich wird, werden die Mediatoren sie ermutigen, eine Partner- oder Eheberatung aufzusuchen.


2. Mediation und Kinder
„Wie soll die Beziehung der Kinder zu beiden Elternteilen nach der Trennung gestaltet werden?“
Diese Frage ist einer der Schwerpunkte von Mediation. Heftige Gefühle, Befürchtungen und Wut können es erschweren, hier zu Verabredungen zu kommen. Für die gesunde Entwicklung der Kinder nach der Trennung sind klare Strukturen, Verlässlichkeit und eine Verringerung der Konflikte zwischen den Eltern von großer Bedeutung.
Für die Kinder müssen neue Regelungen gefunden werden - Mediation ist hier eine Hilfe bei der Neuorganisation. Sie ermöglicht es, den Vorstellungen des anderen zuzuhören und zu überprüfen, inwieweit seine Ideen sinnvoll sind.
Das neue Kindschaftsrecht geht davon aus, dass beide Eltern weiterhin gemeinsam Entscheidungen für die Kinder treffen. An Stelle von Standardlösungen (wie z.B. „Wochenende beim Vater von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 18 Uhr“) können hier Regelungen entwickelt werden, die den Interessen und beruflichen Vorgaben dieser speziellen Familie entsprechen.
In der Mediation übernehmen die Eltern die Verantwortung für die Regelungen mit den Kindern und nicht das Familiengericht oder gar die Kinder. Um diese Verantwortung in einem guten Sinne zu tragen, haben Verabredungen zunächst nur vorläufigen Charakter: sie müssen erprobt und die Reaktionen der Kinder beobachtet und erfragt werden. Diese Rückmeldungen der Kinder können dann wieder von den Eltern in die Mediation eingebracht werden und / oder die Kinder können auch direkt zu diesem Thema in die Mediation einbezogen werden.
Mit diesen Gesprächen wird ein Modell geschaffen für zukünftige Anpassungen der Regelungen an das Größerwerden der Kinder und an Veränderungen im Leben der Eltern:
Die Eltern kümmern sich um gute Lebensbedingungen für die Kinder und trennen ihre Elternschaft von den Kränkungen der Partnerschaft.
Sie übernehmen selbst Verantwortung für die Regelungen und tragen die Reaktionen der Kinder darauf zusammen.
Auch wenn es Jahre nach der Trennung zu heftigen Konflikten um die Kinder kommen sollte, kann Mediation dabei helfen, die unterschiedlichen Sichtweisen der Eltern wieder zusammen zu führen.

Die Teilnahme am Mediationsverfahren ist freiwillig. Die Kosten trägt der Caritasverband im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII). Die Teilnehmer verpflichten sich, sich ab der dritten Mediationssitzung mit einem Kostenbeitrag von 2 % ihres gemeinsamen Nettoeinkommens (mindestens 15 €) pro Mediationssitzung (90 Minuten) an den Mediationskosten zu beteiligen. Für Arbeiten außerhalb der Mediation, etwa die Ausarbeitung eines Memorandums, fällt der gleiche Kostenbeitrag an. Dies gilt leider nur für Heidelberger Klienten, Klienten aus dem RNK müssen ab der ersten Sitzung zahlen, da der RNK die Mediation nicht finanziell unterstützt.

Rosenkriege - Ist Mediation mit hochstrittigen Scheidungspaaren möglich? (PDF)

zurück zur Angebotsübersicht


Wir über unsTeamAngeboteAktuellesKontaktSo finden Sie zu unsLinks